Diario (de lo) encontrado⎟ Buenos Aires⎟ 2004

Im Rahmen des Metropolenprojekts Berlin — Buenos Aires wurden drei Künstler_innen aus Buenos Aires und Berlin eingeladen, während eines vierwöchigen Aufenthaltes in der jeweils anderen Partnerstadt eine temporäre künstlerische Intervention im öffentlichen Stadtraum zu entwickeln und umzusetzen. First View, Berlin/Buenos Aires, kuratiert von Birgit Schumacher und Uwe Jonas.

Diario (de lo) encontrado⎟ Buenos Aires⎟ 2004

Die Wirtschaftskrise und die Spuren der öffentlichen Proteste von 2001 sind überall in der Stadt sichtbar. Dazu gehört auch, dass alles, was in Buenos Aires im Stadtraum liegen gelassen wird, auf der Stelle und sofort wieder verschwindet, weil es von jemand anderem wieder verwertet wird. Es liegt eigentlich nichts im öffentlichen Raum herum.
Diese Beobachtung lässt mich ich eine Reihe von ähnlichen Situationen inszenieren: Kleine bunte Objekte – typische argentinische Partyartikel, die auf Parkbänken abgelegt werden – wechseln die Besitzer_in. So wird ein rosa Plastikauto , das ich auf einer Bank abgelegt hatte, beispielsweise sogleich von einem scheinbar gutsituierten Herrn mit Hund und Gamaschen eingesteckt.
Das Diario de lo encontrado berichtet mit Bildern und Texten über diese kurzen unvorhersehbaren Szenen, die sich meiner Inszenierung verdanken. Dazu gibt es einen Beitrag der argentinischen Schriftstellerin Belen Gache, die in sechs poetischen Miniaturen über das Finden und das Verlieren schreibt. In einer Auflage von 500 Stück wird die „Zeitung des Gefundenen“ auf den Parkbänken in Buenos Aires ausgelegt, dort gelesen und von dort mitgenommen.